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Bildnisse einer Blüte
11.06.2010 - 22.08.2010   Thüngersheim-Forum Botanische Kunst

Schmuckobjekte, Aquarelle, Fotografien und Pflanzenportraits

Das Forum Botanische Kunst ist ein geistiger Treffpunkt für Künstler/innen in Deutschland, die sich mit der Welt der Pflanzen befassen.
Der Begriff Botanische Kunst leitet sich von der internationalen Kunstrichtung "Botanical Art" ab, in der weltweit etliche Künstler vernetzt sind. Besonders in England, den USA, Südamerika und Australien findet sich eine lebendige Szene von Pflanzenmalern unserer Zeit.
Die meisten Vertreter dieser Kunstrichtung arbeiten in Aquarell und zeigen detailiert ausgearbeitete Pfanzenstudien in der Tradition wissenschaftlicher Illustration. Unter ihnen sind Meister des handwerklichen Könnens, der Komposition und Farbempfindung.
Das Forum versammelt jedoch auch Künstler, die in anderen Medien arbeiten. Fotografie, Objekte aus Pflanzenteilen, pflanzliche "Readymades", Skulptur, Landart bis hin zu angewandten Künsten wie Schmuck oder Mode werden hier zusammen geführt, einzig verbindendes Element ist die Thematisierung der Pflanzenwelt und der gestalterische Anspruch.

Schwarz-Weiß-Fotografien von Agelinde Scholl
Eine sehr poetische Serie Schwarz-Weiß Fotografien präsentiert uns Agelinde Scholl in der Ausstellung “Bildnisse einer Blüte”. Mit Spannung erwartet sie jedes Jahr die Blüte der Hibiskusstöcke, die sie in ihrem großen Garten in Oberbayern kultiviert. Vom Öffnen der Knospe bis zum Zustand des Verwelkens verfolgt die Künstlerin mit der Kamera die Blütengestalten, die sich in ihren Bildern zu bewegen scheinen.
Eine körnige Auflösung und die auf schwarzem oder grauem Hintergrund freigestellte Figur verleihen den Bildern den Charme früher Fotografien von Tänzerinnen mit sich bauschenden Kleidern.
Agelinde Scholl liebt die Arbeit in Serien. Über Jahre hinweg schafft sie immer neue Varianten eines Themas und agiert so in einem Zyklus wie die Natur selbst.

Aquarelle von Martin J. Allen
Martin J. Allen begann1992 Pflanzen zu zeichnen, während er sich von einer Krankheit erholte.
Was als Therapie begann, wurde schnell zu einem ernsthaften Interesse. Mit seinen Pflanzenbildern wollte Martin mehr in den Menschen wecken, als er es mit seinen früheren, eher illustrativen Bildern getan hatte.
Aus seinen eigenen Erfahrungen mit der Anzucht von Pflanzen war für ihn der spannendste Moment im Leben einer Pflanze das Aufbrechen der Knospe. In der Knospe ist bereits die ganze Blüte vorhanden, sie ist möglich, wenn auch noch verborgen.
Indem er die Knospen vergrößert und aus ihrem natürlichen Zusammenhang isoliert, entsteht oft eine gewisse Zweideutigkeit. Der Betrachter hat keine Referenzpunkte, das vergrößerte Objekt assoziiert für jeden etwas anderes. Das menschliche Gehirn projeziert frühere Wahrnehmungen in das neu Gesehene hinein, die Phantasie jedes Betrachters treibt sozusagen ihre eigenen Blüten.
So erfüllt sich in doppelter Hinsicht Martins Wunsch nach "seeing potential", nach dem Sehen von Möglichkeiten.

Pflanzen-Portraits, Öl auf Leinwand von Sylvia Peter
Sylvia Peters Pflanzenbilder fallen zunächst durch ihre Größe ins Auge. Auf menschliche Dimension vergrössert, tritt man dem Gewächs Auge in Auge gegenüber. Das Wesenhafte der pflanzlichen Individuen betont sie durch die monochromen Hintergründe und die ikonenhafte Anordnung. Sylvia Peter spürt der kraftvollen Schönheit von Disteln und Nesseln nach, beobachtet die skurilen Formen der Flechten und erhebt Blüten von Erbse und Kartoffel in den Adelsstand. Ihre Gemälde sind in altmeisterlicher Technik aus zahlreichen Lasurschichten aufgebaut. Die Genauigkeit im Detail bekundet ihre Achtung vor der dargestellten Natur.

Schmuckobjekte von Gabriela Fink
Das Finden und Abwandeln von Formen der Natur prägen die Arbeiten der Goldschmiedemeisterin Gabriela Fink und inspirieren sie zu Schmuckobjekten, die an Schoten, Früchte, Blüten und Knospen erinnern.
Die geometrische Abwicklung einer Lampionfrucht, einst im Herbst auf der Straße gefunden, nach deren Vorbild aus dünnem Silberblech zu einem stabilen, dreidimensionalen Anhänger geformt, wurde der Ausgangspunkt für viele variantenreiche florale Schmuckstücke.
Der geometrische Aufbau von Pflanzen, gepaart mit ihrer amorphen Form, fasziniert sie seit ihren Zeichen- und Fotostudien an der Zeichenakademie Hanau, Fachschule für Edelmetallgestaltung.
Dabei lässt sie sich von gefundenen Formen inspirieren und setzt ihre Beobachtungen dann frei um. Ohne botanische Korrektheit anzustreben, schafft sie klare und überzeugende Formen, die sowohl die Möglichkeiten des Edelmetalls ausschöpfen, als auch ihr Gespür für die Pflanzenanatomie erkennen lassen.

www.botanische-kunst.de

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Ausstellungsdauer: 11. Juni - 22. August 2010

Öffnungszeiten:
Freitag und Samstag 13.00 bis 22.00 Uhr
Sonntag und Feiertag 13.00 bis 18.00 Uhr

Eintritt: keine Angaben

Ort:
Forum Botanische Kunst
Sylvia Peter
Freischaffende Künstlerin
Hofstattstraße 1
97291 Thüngersheim
Deutschland
www.botanische-kunst.de








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